Rückblick auf 20 Jahre Aktives Alter Adligenswil

1991 - 2011

Von der Senioren-Selbsthilfegruppe zum Verein «Aktives Alter Adligenswil»

1988 – Die ersten Pläne werden geschmiedet
Im Jahr 1988 schmieden einige Adligenswiler erste Pläne, die Seniorinnen und Senioren der aufstrebenden Luzerner Vorortsgemeinde zu aktivieren und die zahlenmässig kontinuierlich grösser werdenden Repräsentanten dieser bestimmten sozialen Gruppe zu erfassen und ihren Bedürfnissen zu entsprechen. Vor 1988 war es der lokale Frauenbund, der sich in verdankenswerter Weise der Seniorenanlässe angenommen hatte, indem er beispielsweise Adventsfeiern und Fasnachtsanlässe oder Geburtstagsgeschenke und Gratulationen betreut und organisiert hatte. 1988 führt Hans Huwiler die ersten gezielten Gespräche mit der Gemeindebehörde und wirbt für einen anerkannten Zusammenschluss für die Mitbürgerinnen und Mitbürger im dritten Lebensalter. Mit detaillierten Umfragen werden die Wünsche und Erwartungen der pensionierten Einwohner eruiert. Parallel dazu erkundigen sich die Initianten bei auswärtigen zuständigen Stellen und Gemeinden, die mit solchen Projekten und Realisierungen bereits in Erscheinung getreten waren. Es gilt ja nicht, das Rad neu zu erfinden, sondern zustande gekommene Vorhaben gleicher oder ähnlicher Art zu analysieren und auszuwerten. In den Antworten der Umfrage kommt klar zum Ausdruck, dass sich die Senioren und Seniorinnen eine Institution wünschen, die altersgerechte Aktivitäten plant und durchführt.
Ein Alterskonzept für Adligenswil
Im Anschluss an die Auswertung dieser Resultate veranlassen Hans Lustenberger, Leiter des Sozialamtes Adligenswil, und der Gemeinderat, dass ein Grundsatzpapier zur Thematik «Koordinierte Altersbetreuung» erstellt wird. Die Gemeindebehörde gibt den Auftrag an eine Kommission von initiativen Adligenswiler Einwohnern weiter. Dieses Gremium präsentiert am 26. Mai 1988 unter dem Titel «Alterskonzept Adligenswil» nach Analyse verschiedener Möglichkeiten eine Liste von zielgerichteten Massnahmen und Aktivitäten. Noch im gleichen Jahr startet eine grössere Gruppe von Senioren und Seniorinnen unter der Leitung des unermüdlichen Promotors Hans Huwiler mit diversen Wanderungen.

1989 – Geduld und Zeit sind gefragt
1989 darf als das Jahr der Reifung bezeichnet werden. An zahlreichen Sitzungen werden viele Ideen und zahlreiche Pläne besprochen und bewertet. Es stellt sich heraus, dass es Geduld und Zeit braucht, die eingegangenen Vorschläge und spontanen Ideen unter einen Hut zu bringen. Es harzt vorläufig mit der Realisierung altersgerechter Vorschläge, weil die Vorstellungen, was man machen könnte, noch zu weit auseinander gehen. Die Wanderungen hingegen, nach wie vor von Hans Huwiler geleitet, stossen auf ein gutes Echo.
Die tatkräftigsten Initianten stellen eine gut harmonierende Gruppe auf die Beine, die sich der Sache motiviert annimmt. Die Diskussionen halten zwar an, und neue Ideen werden ebenfalls formuliert. Vorteilhaft wirkt sich aus, dass es sich grösstenteils um Ideen und Neuerungen handelt, die in der Folge realisiert werden. Die vielen Sitzungen und Vorbereitungsarbeiten haben insofern auch ihr Gutes, als die Konturen einer vereinsähnlichen Organisation immer deutlicher werden und daraus innert kürzester Zeit das entsprechende rechtliche Gebilde aus der Taufe gehoben werden kann.

Uschi Oswald
Seit der Einführung des Mittagstisches durch das «Frohe Alter» ist Uschi Oswald als quirlige und zupackende Mitarbeiterin mit von der Partie. Begonnen hat es eigentlich schon früher, nämlich dann, als sie – animiert von ihrer Tochter uschi oswaldManuela – für das Herbstlager der Pfarrei als Köchin gewonnen werden konnte. Angefragt, ob sie beim Mittagstisch mitmachen wolle, sagte sie kurz entschlossen Ja. Dadurch hatte sie Gelegenheit, die im Lager gewonnen Erfahrungen in anderer Umgebung umzusetzen. Damals war sie die Jüngste im Küchenteam, das schon die ersten Male für 30 bis 40 willkommene Seniorinnen und Senioren den Mittagstisch vorbereitete, realisierte und servierte. Das Menü wurde jeweils den Möglichkeiten der Küche im Jugendtreff und den Bedürfnissen der Besucher angepasst. Gewisse Speisen wurden schon zu Hause vorbereitet. Mit zehn Franken pro Menü wurde bewusst ein bescheidener Preis verlangt, denn dieser Mittagstisch sollte auch einen gesellschaftlich-sozialen Zweck erfüllen und das Zusammengehörigkeitsgefühl steigern. Der sich ergebende zusätzliche Aufwand wurde durch Spenden und vor allem durch die ehrenamtliche Tätigkeit der Küchenmannschaft und des Vorstandes finanziert. Uschi Oswald findet es erwähnenswert, dass auch ältere Leute mindestens ein Mal pro Woche in anregender Ambiance ein bekömmliches Essen geniessen können. Für die Jasser und die geselligen Senioren bietet sich nach dem Mittagstisch noch eine Fortsetzung in Freundschaft an. Sie ist überzeugt, dass durch diese Institution sich immer mehr Leute im Dorf kennengelernt haben. Heute noch amtiert die engagierte Uschi Oswald als Kassierin und Organisatorin des Mittagstisches des «Aktiven Alters Adligenswil» und freut sich über die Aktivitäten der Seniorinnen und Senioren. An der Generalversammlung vom 2. Februar 2018 konnte Uschi den Mittagstisch einem Team von Rösli Bättig-Fuchs, Gesamleitung; Gisela Caronni, Saalleitung und Ersilia Winet, Leitung Küche übertragen.


Richard Tschofen
Vom benachbarten Kanton Aargau zog der in der Elektro-Industrie tätige und in Luzern aufgewachsene Richard Tschofen wieder in seinen Heimatkanton zurück. In der Vorortsgemeinde Adligenswil fand er zwei Jahre nach seiner Pensionierung 1999 eine ihm zusagende Bleibe. Als passionierter Wanderer fand er bald einmal Anschluss beim «Frohen Alter Adligenswil». Von Gian-Marco Monti übernahm er Ende 2002 die Funktion des Wanderleiters und wurde auch Vorstandsmitglied. Die Erfahrung lehrte ihn, dass Wanderungen von 2 bis 2 ½ Stunden mit einem allen Teilnehmern angepassten Tempo Messwerte sind, die bei der erfolgreichen Durchführung von Wanderanlässen zu berücksichtigen sind. Um die Zufriedenheit bei den Senioren zu erhalten und damit auch entsprechende Teilnehmerzahlen, gelte es mittels Diskussion Argumente und Lösungen zu suchen, denen zugestimmt werde. Allgemein sieht Richard Tschofen die Aufgabe des Vorstandes darin, herauszufinden, welche vorgeschlagenen Themen für die Senioren von Interesse sind, und zu prüfen, welche von den Vereinsmitgliedern bevorzugt werden. Die geeignete Wahl der Aktivitäten sind für Richard Tschofen Garanten für ein lebhaftes, soziales Vereinsleben der dritten Generation. Richard Tschofen wirkt mit seiner zurückhhaltenden und abgeklärten Art als Motivator für einen rücksichtsvollen und gleichwohl zielgerichteten Umgang im Vereinsleben der Adligenswiler Seniorinnen und Senioren. Der Erfolg der Aktivitäten des früheren «Frohen Alters Adligenswil» und heutigen «Aktiven Alter Adligenswil» basiert auf einem ständig angestrebten Konsens zwischen leitendem Vorstand und den ihn unterstützenden Mitgliedern.


Oskar Stalder
Nach seiner Pensionierung 1997 wechselte Oskar Stalder seinen Wohnort und zog von Luzern in die Agglomerationsgemeinde Adligenswil. «Dort wurde ich vom damaligen Posthalter Ernst Roth kontaktiert, der mir die Vorzüge des Vereins <Frohes Alter Adligenswil> darlegte. So nahm ich gerne an den Wanderungen und anderen Aktivitäten der Senioren teil, wobei ich erlebte, wie das Mitmachen mich aktivierte. 2000 wurde ich zum Vizepräsidenten gewählt.» Ab 2002 zeichnete Oskar Stalder verantwortlich für das grosse Preisjassen, das jährlich stattfand. Als weitere Aufgaben innerhalb der Aktivitäten des rührigen Vereins wurden dem praktisch veranlagten Oskar Stalder schrittweise neue Organisations- und Realisierungsaufgaben übertragen. Im Schosse des Vorstandes wurden viele Ideen generiert und diskutiert, wovon dann die zur Ausführung reif gewordenen zur Verwirklichung gelangten: immer im Interesse der Adligenswiler Seniorengemeinschaft, so beispielsweise der Gedankenaustausch zwischen Jugendlichen und Senioren sowie kulturelle Vorträge und Referate, die sich besonders mit den Problemen der dritten Generation befassten, aber auch kurzweilige Lotto-Veranstaltungen. Von seiner früheren beruflichen Tätigkeit her als Schulhausabwart kamen Oskar Stalder seine gemachten Erfahrungen speziell zugute, die er zugunsten des «Frohen Alters Adligenswil» vielseitig und nützlich einsetzte. So ist er unter anderem einer derjenigen, der sich für einen erfolgreichen Mittagstisch verwendete – ein sozialer wöchentlicher Anlass, der den Zusammenhalt unter den älteren Einwohnerinnen und Einwohnern kontinuierlich festigt. Es zeigt sich immer mehr: Wenn es den Mittagstisch noch nicht gäbe, müsste man ihn umgehend einführen. Ein sozial gewichtiger Faktor, zu dem auch Oskar Stalder mit seinen verschiedenen Aktivitäten wesentlich beigetragen hat.


Hans Huwiler
Als aktives Mitglied des Gründungsvorstandes «Frohes Alter Adligenswil» tat sich auch Hans Huwiler hervor. Er zog 1953 nach Adligenswil. Zuerst setzte er sich als Promoter der kommunalen Alterskommission ein, der er, unter Leitung von Sozialvorsteher Hans Lustenberger, bis zum Pensionsalter seine Dienste zur Verfügung stellte. Er setzte sich mit anderen weitsichtigen Kommissionsmitgliedern dafür ein, dass der Jugendtreff auch als Lokal für die Senioren benutzt werden konnte. Noch vor der Gründung des Vereins begann er seine Tätigkeit als versierter Wanderleiter, eine Funktion, die er acht Jahre lang mit Umsicht und Gespür für das Machbare innehatte. Er erkannte die Bedürfnisse «seiner» Generation und führte in der Folge sowohl das Jassen wie das Singen ein. Die Frequenzen bewiesen, dass er auf dem richtigen Weg war. Eine besonders soziale Funktion war der von Hans Huwiler verantwortungsvoll übernommene Besucherdienst, waren doch betagte Adligenswilerinnen und Adligenswiler in 13 auswärtigen Heimen anzutreffen. Für einen periodischen Kontakt und Aufmerksamkeit ihrer früheren Wohnortsgemeinde waren sie jeweils dankbar. Seine Bemühungen um Genossenschaftswohnungen mit sozial abgefederten Bedingungen waren für Hans Huwiler ebenfalls ein wichtiges Anliegen. Mit Wehmut stellt er fest, dass die anfängliche Gründergeneration langsam ausstirbt. Deshalb ist es für ihn umso bedeutender, dass soziale Erfahrungen von Generation zu Generation weitergegeben werden. Weil alle von ihm mitgetragenen Aktivitäten für Seniorinnen und Senioren weiterhin bestehen und genutzt werden, ist Hans Huwiler in Bezug auf die Zukunft des «Aktiven Alters Adligenswil» zuversichtlich gestimmt.
Die Zukunft offen angehen
Man kann sich fragen, ob man den guten alten Zeiten, wie sie in dieser Broschüre aus den verflossenen 20 Jahren Vereinsgeschichte «Aktives Alter» aufleben, nachtrauern soll. Die Antwort ist klar und eindeutig: Wir dürfen auf die positiven und erfolgreichen Aktivitäten der letzten 20 Jahre mit Stolz zurückschauen. Wir sind aber gefordert, all das Erfolgreiche in die neue Zeit einzubringen. Wir müssen die Kraft mobilisieren, die Zukunft offen anzugehen und gewillt sein, uns aktiv und bejahend mit der kommenden Zeit auseinanderzusetzen.
Als Senior oder Seniorin dürfen und sollen wir uns nach dem aktiven Berufsleben ohne Schuldgefühle zurücklehnen und den dritten Lebensabschnitt geniessen. Das Leben geht indessen weiter, und zwar in einem so forschen Tempo mit – so scheint uns – kaum lösbaren Problemen. Gerade dies fordert uns alle. Deshalb sind auch Sie mit Ihrem grossen Erfahrungsschatz als Ratgeber gefragt und können manche Ihrer Ideen zur Lösung von Problemen vorschlagen.
Die künftige Herausforderung, infolge Veränderungen im gesellschaftlichen wie im politischen Leben, geht auch an den Vereinen nicht spurlos vorbei. Um Schritt zu halten, ist die Zusammenarbeit aller Vereinsmitglieder mit dem Vorstand ein Gebot der Stunde. Das Mitgestalten des Vereinslebens ist für jeden Einzelnen eine herausfordernde und interessante Aufgabe. Es darf nicht darum gehen, in einer Erwartungshaltung zu verharren und mal abwartend Tee zu trinken nach dem Motto: Mal schauen, was vom Vorstand vorgeschlagen wird. Vielmehr ist Mitmachen und Mitdenken in allen Bereichen gefragt. Denn es ist nicht nur eine Bringschuld, sondern auch eine Holschuld, wie die Zukunft unserer Gemeinschaft sich weiter entwickelt und wir schliesslich leben. Die Seniorinnen und Senioren leisten mit ihrer Frondienstarbeit täglich einen unschätzbaren Anteil an unserer Gesellschaft. Zu hoffen ist, dass diese Leistung uneigennütziger Arbeit weiterhin vorgelebt wird. Mit diesem Engagement wird der Grundstein am Aufbau eines Sozialnetzes gelegt, das in dieser Art weiter vererbt werden sollte. Wir wünschen, dass wir alle das AAA-Seil, welches uns verbindet, fest anpacken und es in der gleichen Richtung ziehen. So fühlen wir uns in der Seilschaft des «Aktiven Alters Adligenswil» zu Hause und stark. Hans Huwiler verschied am 17. Juli 2017 im 93. Altersjahr.

Hans Meier, Präsident 2011 - 2016